Gründonnerstag
Evangelium: Johannes 13,1–15 Am Gründonnerstag offenbart das Evangelium das tiefste christologische Geheimnis: Die Identität Jesu ist untrennbar mit seiner selbstentäußernden Liebe verbunden. Im Bewusstsein, dass er vom Vater kommt und zum Vater zurückkehrt, offenbart er die göttliche Herrlichkeit nicht durch Macht, sondern durch Demut. Indem er niederkniet, um seinen Jüngern die Füße zu waschen, enthüllt Christus das Wesen Gottes selbst: Er ist derjenige, der sich ganz hingibt. Das fleischgewordene Wort, in dem alle Macht wohnt, drückt seine göttliche Sohnschaft durch Gehorsam und Dienst aus. Diese Geste ist nicht bloß moralischer Natur; sie ist offenbarend. Sie nimmt das Kreuz vorweg und ist untrennbar mit der Eucharistie verbunden, wo derselbe Christus seinen Leib und sein Blut als den endgültigen Bund darbringt. In ihm wird die Liebe zum Sakrament: sichtbar, greifbar und vollkommen. Dieselben Hände, die das Brot brechen werden, waschen jetzt die Füße; dieselbe Liebe, die am Kreuz ausgegossen wird, wird bereits im demütigen Dienst gelebt. In dieses Geheimnis einzutreten bedeutet, Christus nicht nur als Herrn zu begegnen, sondern als den, der Herrschaft durch Selbsthingabe definiert und uns in die Gemeinschaft mit seinem eigenen göttlichen Leben einlädt, das sich in opfernder Liebe ausdrückt. Lasst uns darüber nachdenken: Erkenne ich wirklich das Geheimnis Christi, der seine göttliche Identität durch gänzlich selbsthingebende Liebe offenbart, und lasse ich mein Leben seinem gleichgestalten?
Don Giorgio
