Geburt der seligen Jungfrau Maria – Hochfest
Lesungen: Micha 5,1–4; Psalm 12(13),6–7; Matthäus 1,1–16, 18–23
Heute feiert die Kirche voller Freude die Geburt der seligen Jungfrau Maria, denn ihre Geburt kündigt an, dass das Kommen Christi nahe ist. Micha spricht von der Mutter, die den Herrscher Israels gebären wird, den, der „selbst der Friede sein wird“. Wenn wir also den Geburtstag der Mutter feiern, feiern wir bereits das Herannahen des Sohnes: Marias Leben hat seinen Sinn ganz und gar in der Beziehung zu Jesus. Deshalb kann die Kirche mit dem Psalm singen: „Ich juble vor Freude im Herrn“, denn in Maria beginnt sich ein neues Kapitel der Heilsgeschichte zu entfalten. Die Genealogie im Matthäusevangelium erinnert uns daran, dass Gott durch eine reale Menschheitsgeschichte wirkt, die von Heiligkeit und Sünde, Treue und Versagen, Größe und Schwäche geprägt ist; doch durch all diese Generationen hindurch schreitet sein Heilsplan treu auf Christus zu. Inmitten dieser Geschichte steht Maria mit einer absoluten Offenheit für den Plan Gottes. Sie zwingt Gott nicht ihren eigenen Plan auf, sondern lässt zu, dass Sein Plan zu ihrem Leben wird. Ihre Größe liegt gerade in dieser Verfügbarkeit: Ihr Dasein wird zu einem Raum, in dem Gott ohne Widerstand wirken kann. Weil Maria offen ist, wird das Wort Fleisch; weil sie sich Gott anvertraut, tritt der Friedensfürst in die Menschheitsgeschichte ein. Ihr Geburtstag feiert daher mehr als den Beginn eines außergewöhnlichen menschlichen Lebens: Er feiert die Geburt eines Herzens, das Gott vollkommen zur Verfügung steht. Maria lehrt uns, dass das fruchtbarste Leben nicht das ist, in dem alle unsere eigenen Pläne gelingen, sondern das, das so offen für Gott bleibt, dass Sein Plan in uns gelingen kann. Und wann immer wir Ihm diese Offenheit schenken, kann Christus durch unser Leben erneut in die Welt eintreten und Seinen Frieden bringen. Lasst uns darüber nachdenken: Bin ich, wie Maria, ausreichend offen für Gott, damit Sein Plan – und nicht nur meine eigenen Pläne – in meinem Leben Gestalt annimmt und mich zu einem Werkzeug des Friedens Christi macht?
Don Giorgio
