Samstag der 6. Osterwoche
Evangelium: Johannes 16,23–28
In dieser heiligen Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten lernt die Kirche, im Gebet zu warten und sich nach dem Kommen des Heiligen Geistes zu sehnen. Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Bittet, dann werdet ihr empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.“ Diese Worte zeigen, dass das Gebet nicht nur darin besteht, um Dinge zu bitten, sondern uns zu öffnen, um die Fülle von Gottes größtem Geschenk, dem Heiligen Geist, zu empfangen. Die Jünger blieben nach der Himmelfahrt in Erwartung beisammen und beteten voller Vertrauen, weil sie an die Verheißung Christi glaubten. Der Heilige Geist ist die Quelle wahrer Freude, denn er vereint uns durch den Sohn mit dem Vater und lässt das Leben des auferstandenen Christus in uns lebendig werden. Menschliche Freuden sind oft vergänglich und vorübergehend, doch die aus dem Geist geborene Freude ist vollkommen, weil sie aus der göttlichen Gemeinschaft entspringt. Diese Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten wird so zu einer Schule des Gebets, die uns lehrt, nicht nur Gottes Segnungen zu ersehnen, sondern Gott selbst, der durch den Heiligen Geist in uns wohnt. Je mehr wir im Glauben bitten, desto mehr sind unsere Herzen bereit, die Freude zu empfangen, die nur der Geist geben kann. Lasst uns nachdenken: Bete ich wirklich und warte ich auf den Heiligen Geist als das größte Geschenk Gottes, damit er mein Herz mit einer Freude erfüllt, die vollkommen ist?
Don Giorgio
