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Feierlichkeiten in Tansania

In Tansania beginnt nun, nach den religiösen Feierlichkeiten (Ablegung der Ordensgelübde, Aufnahme ins Postulat und Noviziat), ein weiteres Ausbildungsjahr für unsere jungen Mitschwestern . Vor kurzem habe ich über die Planung dieser Feiern geschrieben, nun werde ich etwas über deren Verlauf berichten.

Nach der geistlichen Vorbereitung, bei der vor allem die Exerzitien sehr hilfreich waren, begannen wir mit den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten. In diesem Jahr wurden diese, aufgrund der Pandemie, örtlich und zeitlich etwas zusammen gerafft. Alles fand innerhalb von zwei Tagen in Chikukwe statt. Diese „intensive“ Feier hatte jedoch auch ihren besonderen Reiz.

Die direkten Vorbereitungen waren in gewisser Weise auch ein weiterer Feiertag – ein Feiertag der Gemeinschaft und der guten Zusammenarbeit. Auch die Schwestern, die aus anderen Filialen zur Feier kamen, halfen mit. Jeder wurde irgendeine Art von Verantwortung übertragen: z.B. waren Sr. Anna (Meisterin der Postulantinnen) und Sr. Jacenta (Oberin in der Nuntiatur) für die Herstellung von Mandazi und Pilau (traditionelle Speisen, die in Tansania bei großen Festen nicht fehlen dürfen) verantwortlich. Die Novizenmeisterin Sr. Xaviera backte Brot und Bananen mit Fleisch. Ich war verantwortlich für das Zerteilen eines Viertelbullen, um ihn dann zusammen mit den Hühnern zuzubereiten. Die Oberin von Nanjota, Sr. Franciszka, schmückte die Kapelle und war zusammen mit Sr. Miriam für die Liturgie verantwortlich. Natürlich gab es viel Freude bei dieser Arbeit, aber mit einer gewissen Zurückhaltung, denn wir wollten auch die Konzentration der Schwestern respektieren, die sich geistlich und in Stille auf ihren großen Tag vorbereiteten.

Am Tag der Feier, am 28. August, mussten einige Schwestern sogar schon um 2:00 Uhr morgens bzw. um 4:00 Uhr früh aufstehen, um ab 6:30 Uhr zu kochen und die letzten Arbeiten erledigen zu können.

Nach den gemeinsamen Gebeten am Morgen begannen die Festlichkeiten mit der Aufnahme von vier Postulanten ins Noviziat, die neue Namen erhielten: Sr. Eliana, Sr. Prisca, Sr. Diana, Sr. Grace. In Tansania bekommen die Novizinnen als äußeres Zeichen der Aufnahme in das Noviziat das Ordenskleid und den weißen Schleier. Für die Novizinnen ist das immer ein sehr wichtiger Moment, denn es gibt eine Veränderung, die für alle sichtbar ist – nicht nur in ihrem Leben, sondern auch im äußeren Erscheinungsbild. Die Ordenskleider und Schleier wurden vom Bischof geweiht und dann von den neuen Novizinnen in Empfang genommen, die sich nun durch die tägliche Arbeit, das Gebet, das Studium des Wortes Gottes und unserer Konstitutionen, aber vor allem auch durch das alltägliche Zusammenleben in Freuden und Problemen darauf vorbereiten, ihre Absicht zu bekräftigen, ihr Leben in der Ordensgemeinschaft Gott zu weihen.

Nach einigen Fotos mit den Novizinnen im neuen Ordenskleid und einem schnellen, aber gemeinsamen Frühstück fand noch eine letzte Gesangsprobe unter der Leitung von Sr. Anna statt.

Um 10.00 Uhr begann die feierliche hl. Messe, in der drei Novizinnen, Sr. M. Stefania, Sr. M. Emilia und Sr. M. Marcelina, ihre ersten Ordensgelübde sowie Sr. M. Regina, Sr. M. Clelia, Sr. M. Inocence und Sr. M. Teodora ihre Ewigen Gelübde ablegten. Die Liturgie dauerte zweieinhalb Stunden. Wahrscheinlich wird sich diese Zeit tief in die Herzen der Schwestern einprägen, der Tag der ewigen Vebindung mit Gott, der völligen Hingabe an Ihn. Diesen Moment kann man nicht vergessen! Sich an diesen Moment zu erinnern, begleitet meiner Meinung nach eine jede von uns, unabhängig von ihrem Alter, und sie hilft, schwierige Momente in unserem Dienst und in unserer geistlichen Entwicklung zu überstehen. Diese weihevolle und schöne Feier hat uns viel Freude in der Mitfeier dieses Gottesdienstes mit unseren neuen Schwestern, aber auch viele Erinnerungen an unsere eigenen Feiern gebracht.

Auf die schöne Liturgie und nach einer kleinen Stärkung des leiblichen Wohls folgte ein künstlerischer Teil, bei dem die Novizinnen und Juniorinnen verschiedene Lieder, Tänze und Sketche vortrugen. Als ich dies sah, wie fröhlich sie uns unterhielten, fragte ich mich, wann sie das vorbereitet hatten. Schließlich gab es vor den Feierlichkeiten noch so viel anderes zu tun.

Singen und Tanzen sind ein integraler Bestandteil jeder Feier in Afrika. Beim Feiern kann man hier kaum auf Gesang und Tanz verzichten. Eines bedingt das andere. Wie soll man singen, ohne sich im Rhythmus der Musik zu bewegen? Wie kann man sich rhythmisch bewegen, ohne die Trommeln zu führen?

Ich denke, dass der Tanz ein Spiegel des Inneren unserer Schwestern ist. Sowohl während der Liturgie als auch in der Rekreation.

Am nächsten Tag erfolgte die Aufnahme von fünf Kandidatinnen in Nanjiota.

Für mich ist diese Zeit des Feierns immer eine große Freude, weil ich sehe, wie die Kongregation hier lebt und sich entwickelt. Ich bin Gott dankbar, dass ich an den Feierlichkeiten teilnehmen kann, die in Polen wegen des Mangels an Berufungen langsam in Vergessenheit geraten. Dann erinnere ich mich an meine Einkleidung, meine ersten und ewigen Gelübde. Es ist auch ein Moment des Nachdenkens über meine Hingabe und meine Treue zu Gott.

Lasst uns Gott für jede Berufung in Tansania dankbar sein.

Sr. M. Monika

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