Man sagt, dass Demut im Grunde nicht darin besteht, schlecht von sich selbst zu denken, sondern weniger an sich selbst zu denken. Du, Maria, bist die Demütigste, denn du denkst überhaupt nicht an dich selbst und fürchtest dich überhaupt nicht um dich. Für dich ist es selbstverständlich, Gott die Ehre zu geben, wenn du aus der Tiefe deines freudigen Herzens singst: „Der Allmächtige hat Großes an mir getan“. Für dich ist es selbstverständlich, dass du dich in den Dienst stellst, wenn du einfach sagst: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“. Und du bist konsequent. Du lebst ganz in Gott und für Gott, also musst du dir keine Sorgen um dich machen, denn du denkst stets daran und vertraust darauf, dass „dein Schicksal in Gottes Händen liegt“. Deine Demut hat nichts mit Selbsterniedrigung zu tun. Sie ist eine stille Freude aus dem Bewusstsein, klein zu sein, denn du kennst Gott und weißt, dass gerade die Kleinen und Stillen von Ihm besonders geliebt werden. Oft wählt Gott auch sie aus, damit Er in ihnen und durch sie ganz frei wirken kann, gemäß Seiner unermesslichen Liebe. Maria, demütige Mutter, erinnere uns jeden Tag daran, dass wir nicht so viel über uns selbst nachdenken müssen, denn wir sind in Gottes Händen, von Ihm gewollt und von Ihm geformt. Das ist unser größter Wert.
Siostry Maryi Niepokalanej
