Das Heiligste Herz Jesu – Hochfest
Lesung: Deuteronomium 7,6–11; 1. Johannes 4,7–16; Matthäus 11,25–30
Am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu betrachtet die Kirche das Geheimnis der Liebe Gottes, das sich im Herzen Christi offenbart. Im Deuteronomium (7,6–11) erinnert Mose Israel daran, dass Gott sein Volk nicht wegen seiner Größe erwählt hat, sondern weil er es liebte. Diese Liebe ist zutiefst persönlich: Gott richtet sein Herz auf jeden Einzelnen und ruft jeden beim Namen. Im Ersten Brief des Johannes (4,7–16) hören wir die tiefgründige Wahrheit: „Gott ist Liebe.“ Das Herz Jesu offenbart die mächtigste Kraft, die es gibt – nicht Macht, die beherrscht, sondern Liebe, die schafft, vergibt, heilt, erlöst und Leben schenkt. Diese göttliche Liebe ist stärker als Sünde, Leid, Ablehnung und sogar der Tod. Im Evangelium (Matthäus 11,25–30) lädt Jesus die Müden ein, zu ihm zu kommen und von ihm zu lernen, „denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“. Hier entdecken wir, dass Gottes Liebe auch bedingungslos ist. Das Heiligste Herz liebt nicht nur die Würdigen, die Erfolgreichen oder die Vollkommenen; es liebt zuerst, liebt frei und liebt ohne Maß. Das Herz Jesu ist daher der Ort der Begegnung mit Gottes persönlicher, mächtiger und bedingungsloser Liebe. Wer in dieses Herz eintritt, entdeckt kein Urteil, sondern Barmherzigkeit, keine Unterdrückung, sondern Ruhe, keine Angst, sondern Vertrauen. Das Hochfest lädt uns ein, das Heiligste Herz nicht nur zu bewundern, sondern uns ganz der Liebe anzuvertrauen, die uns erwählt hat, uns begleitet und nie aufhört, unser Heil zu suchen. Lasst uns darüber nachdenken: Vertraue ich wirklich auf die persönliche, kraftvolle und bedingungslose Liebe des Heiligsten Herzens Jesu und ruhe ich darin, sodass Sein sanftes und demütiges Herz die Art und Weise prägt, wie ich mich selbst, andere und Gott sehe?
Don Giorgio
