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Nowenna tydzień trzeci

Im Evangelium Lk 12, 35-36 weist Jesus seine Jünger an: Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen. Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.

Der Diener Gottes Johannes Schneider wollte sich so gut wie möglich auf seine Begegnung mit Christus vorbereiten, als er die Priesterweihe empfing. Nachdem er am 20. September 1845 seine Reifeprüfung am Carolinum in Nysa bestanden hatte, ging er zusammen mit 13 Klassenkameraden zum Studium nach Breslau (Wrocław). Nur einer von ihnen entschied sich für ein Medizinstudium, die anderen schrieben sich für Theologie ein.

Zu Zeiten unseres Stifters musste ein Priesteramtskandidat, wenn er ins Priesterseminar eintreten wollte, zunächst seine theologischen Studien als Laie absolvieren. Die Universität Breslau verfügte über eine Katholisch-Theologische Fakultät, an der im akademischen Jahr 1845/46 199 Studenten studierten, natürlich nur Männer, und eine Evangelisch-Theologische Fakultät mit 72 Studenten. Die Studenten wohnten in Privatunterkünften. Johannes Schneider mietete sich bei der Heilig-Kreuz-Kirche in einem Mietshaus ein. Er litt sehr unter der Kälte, da er dort mit einem Freund in einem ungeheizten Zimmer wohnte. Um sich ein wenig zu erwärmen, steckten sie einen Kerzenstummel in den Herd. Als die Vermieterin dies bemerkte, begann sie, auf eigene Kosten den Herd für sie etwas zu heizen.

Drei Jahre lang, von 1845 bis 1848, studierte er theologische Fächer und leistete als Freiwilliger seinen Militärdienst im 11. Grenadierregiment in Breslau.  Er nutzte seine militärische Erfahrung während der Revolution, die am 6. März 1848 in Breslau im Zusammenhang und in Solidarität mit den sozialen Bewegungen und der Märzrevolution in Frankreich und Österreich ausbrach. In Breslau kam es zu blutigen Zusammenstößen mit den revolutionären Einwohnern der Stadt. Die Zusammenstöße waren linker und antiklerikaler Natur. Während der Unruhen griffen die Revolutionäre die Wohnungen von Mitgliedern des Domkapitels an. Johannes Schneider organisierte eine Gruppe von Kommilitonen, wurde selbst ihr Anführer und verteidigte das bedrohte Breslau gegen die Angreifer. Seine mutige Haltung brachte ihm die Gunst der Mitglieder des Breslauer Kapitels ein, und seine Kollegen verliehen ihm den Titel „Generalissimo“.

Nach dreijährigem Studium an der Universität Breslau trat der Diener Gottes im Oktober 1848 in das Priesterseminar ein, das damals noch Alumnatum hieß und sich an der Stelle befand, an der heute die Erzdiözesanbibliothek steht. Die Priesteramtskandidaten wurden 9 Monate lang in Pastoraltheologie, Liturgie und Askese unterrichtet.

Die Oberen des Alumnats gaben über den Studenten Johannes folgende Stellungnahme ab: „Groß, gesund, mit ausreichendem Talent und zufriedenstellendem Eifer und Verhalten, Charakter fleißig, angenehm – mit gutem Willen, Predigten und Katechismus auch zufriedenstellend“.

Während seiner Zeit im Alumnat erhielt Johannes Schneider sein klerikales Gewand, die Tonsur und die vier niederen Weihen: Ostiariat, Lektorat, Exorzistat und Akolyth und später die drei höheren Weihen: Subdiakonat, Diakonat und Presbyterat. Am 21. Juni 1849 wurde er von Weihbischof Daniel Latussk in der Kirche zum Heiligen Kreuzes zum Diakon geweiht. Mit ihm wurden 38 Seminaristen aus der Erzdiözese Breslau und 4 aus der Erzdiözese Olomouc geweiht.

Die Priesterweihe wurde ihm vom Ordinarius der Erzdiözese Breslau, Fürstbischof Melchior von Diepenbrock, am 1. Juli 1849 in der Kirche zum Heiligen Kreuz gespendet. Für Pfarrer Schneider war der Tag seiner Priesterweihe der wichtigste in seinem Leben. Für ihn war es der Tag, an dem er nach mehreren Jahren der Vorbereitung seinem Meister im Sakrament des Priestertums folgte. Auf diesen feierlichen Moment wurde er durch schwierige Ereignisse vorbereitet, die von materieller Armut geprägt waren und große Selbstverleugnung und Treue zu seiner Lebensberufung erforderten.

 

Wie sehe ich die schwierigen Ereignisse in meinem Leben?  Bereiten sie mich auf meine Begegnungen mit Christus vor?

Sr.M. Elżbieta Cińcio

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