18. Dezember – Zweiter Tag der Novene zu Weihnachten
Lesung: Jeremia 23,5-8
Während uns der Advent immer näher an Weihnachten heranführt, schärft Jeremias Verheißung unsere Hoffnung und gibt ihr eine klare Form: „Ein König wird regieren und weise herrschen.“ Wir warten nicht auf einen Herrscher, der seine Macht mit Gewalt durchsetzt, sondern auf einen, dessen Weisheit Gerechtigkeit wiederherstellt, Erinnerungen heilt und das Zerstreute wieder zusammenführt. Dieser verheißene König löscht die Vergangenheit nicht aus, sondern erlöst sie und führt sein Volk aus Angst und Exil in Sicherheit und Frieden. Der Advent lehrt uns, uns nach einer solchen Königsherrschaft zu sehnen, die das Leben nach Wahrheit und Barmherzigkeit ordnet, nicht nach Impulsen oder Herrschaft. Während wir warten, sind wir eingeladen, Christus bereits in uns regieren zu lassen, damit seine Weisheit unsere Entscheidungen leitet, unsere Ängste beruhigt und unsere Beziehungen prägt. Der kommende König überwältigt uns nicht; er regiert, indem er unter uns wohnt und uns sanft in die Freiheit führt. Denken wir darüber nach: Der Advent ist die Zeit des hoffnungsvollen Wartens auf die weise und gerechte Herrschaft Christi, in der sein sanftes Königtum unser Leben ordnen darf, noch bevor er sich vollständig offenbart hat.
Don Giorgio
