Freitag der 1. Woche im Jahreskreis
Evangelium: Markus 2,1-12
Im heutigen Evangelium begegnen wir einem Jesus, dessen Autorität bis in die tiefste Wunde des menschlichen Herzens reicht: die Sünde. Als der Gelähmte zu ihm gebracht wird, schenkt Jesus ihm zunächst Vergebung und zeigt damit, dass Heilung im Inneren beginnt, wo Schuld und Gebrochenheit uns still fesseln. Seine Autorität, Sünden zu vergeben, übt er nicht mit Strenge aus, sondern mit Freude und Bereitschaft, indem er auf Reue mit Barmherzigkeit statt mit Vorwürfen reagiert. Durch seine Vergebung stellt Jesus nicht nur den Körper des Mannes wieder her, sondern auch seine Würde, seine Freiheit und seine Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Diese Szene erinnert uns daran, dass Reue niemals auf Ablehnung stößt, sondern die Tür zu einer Gnade öffnet, die uns heilt und aufrichtet. Vergebung ist kein Hindernis für Freude, sondern ihre Quelle, denn wo Sünde losgelassen wird, kann das Leben endlich wieder in Bewegung kommen. Denken wir darüber nach: Glaube ich wirklich, dass Jesus mir vergeben und mich vollständig wiederherstellen möchte, und bin ich bereit, meine tiefsten Sünden und Lähmungen in Reue vor ihn zu bringen, damit ich aufstehen und in einem neuen Leben wandeln kann?
Don Giorgio
