Mittwoch der 4. Woche im Jahreskreis
Evangelium: Markus 6,1-6
Im heutigen Evangelium kehrt Jesus in seine Heimatstadt zurück, doch die Menschen, die ihn am besten kennen, erkennen nicht, wer er wirklich ist. Ihre Vertrautheit wird zu einem Hindernis: Fragen, Zweifel und vorgefasste Urteile machen sie blind für die lebendige Gegenwart Gottes in ihrer Mitte. Dies offenbart ein subtiles, aber ernstes spirituelles Problem: Wenn wir zulassen, dass unsere Fragen zu Skepsis erstarren, verliert unser Herz allmählich die Fähigkeit, Christus am Werk zu sehen. Jesus ist gegenwärtig, spricht und handelt, aber der Zweifel verschließt die Tür zu Staunen und Glauben. Die Tragödie von Nazareth besteht nicht darin, dass Jesus keine Macht hatte, sondern dass seine Gegenwart auf verschlossene Herzen stieß. Dieses Evangelium lädt uns ein, unsere eigene Sichtweise zu überprüfen: Helfen uns unsere Zweifel, tiefer nach der Wahrheit zu suchen, oder machen sie uns stillschweigend blind für Christus, der unter uns steht, bereit zu heilen, zu lehren und zu verwandeln? Denken wir darüber nach: Wo in meinem Leben haben Vertrautheit, Zweifel oder unbeantwortete Fragen mich stillschweigend blind gemacht für die lebendige Gegenwart Jesu, der bereits nahe ist und wirkt?
Don Giorgio
