4. Fastensonntag (Laetare-Sonntag)
Lesungen: 1 Samuel 16,1.6–7.10–13; Epheser 5,8–14; Johannes 9,1.6–38An diesem vierten Fastensonntag, dem Laetare-Sonntag, lädt uns das Wort Gottes ein, uns zu freuen, denn Gott sieht und handelt über das hinaus, was unsere Augen wahrnehmen können. In der ersten Lesung, als Samuel ausgesandt wird, um den zukünftigen König zu salben, erinnert Gott ihn: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ Die Salbung Davids lehrt uns, dass Gottes Entscheidungen von der Wahrheit des Herzens geleitet werden und nicht von äußeren Eindrücken. Der heilige Paulus erinnert uns dann daran, dass wir durch Christus aus der Finsternis ins Licht gekommen sind und dazu berufen sind, als Kinder dieses Lichts zu leben, indem wir zulassen, dass unser Handeln Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit widerspiegelt. Im Evangelium heilt Jesus den von Geburt an Blinden und offenbart damit, dass wahres Sehen nicht nur körperlich, sondern geistlich ist: die Fähigkeit, Gottes Wirken zu erkennen, auch wenn es auf unerwartete Weise erscheint. Dieser Sonntag lädt uns ein, unseren Blick zu prüfen: ob wir nach dem äußeren Schein urteilen, ob wir Christus als Kinder des Lichts unsere Entscheidungen leiten lassen und ob wir aufmerksam genug sind, um Gottes stilles Wirken in unserem Leben zu erkennen. Lasst uns darüber nachdenken: Die Fastenzeit bedeutet, zu lernen, mit Gottes Augen zu sehen, als Kinder des Lichts zu leben und sein Wirken in unserem Leben zu erkennen, auch wenn es auf unerwartete Weise geschieht.
Don Giorgio
