Dienstag der 2. Woche im Jahreskreis
Heiliger Sebastian, Märtyrer
Heiliger Fabian, Papst, Märtyrer
Evangelium: Markus 2,23-28
Im heutigen Evangelium bietet Jesus eine radikal neue Sichtweise auf Gott und das menschliche Leben, indem er den Menschen in den Mittelpunkt des Gesetzes stellt. Der Sabbat, ein heiliges Geschenk, soll nicht belasten oder einengen, sondern dem Leben, der Würde und der Freiheit dienen. Indem Jesus sich selbst zum Herrn des Sabbats erklärt, offenbart er, dass wahre Heiligkeit nicht in strenger Einhaltung der Gebote zu finden ist, sondern in der Gemeinschaft mit ihm, der jedem Gebot seinen Sinn gibt. Die Märtyrer Sebastian und Fabian verkörpern diese Freiheit: Ihr Glaube beschränkte sich nicht auf Gesetzlichkeit, sondern drückte sich in mutiger Liebe und völliger Selbsthingabe an Christus aus, bis hin zum Tod. In Jesus wird das Gesetz durch die Liebe erfüllt, und Gehorsam wird lebensspendend statt unterdrückend. Dieses Evangelium lädt uns ein, zu prüfen, ob unsere religiösen Praktiken uns zu tieferem Mitgefühl, Freiheit und Ehrfurcht vor dem Menschen führen oder ob sie zu Selbstzwecken geworden sind. In Christus findet jedes Gesetz seinen Zweck im Dienst am Leben, und jede Tradition wird durch Barmherzigkeit und Wahrheit erneuert. Denken wir darüber nach: Führen mich mein Glaube und meine religiösen Praktiken zu größerer Freiheit, Mitgefühl und Liebe zu anderen in Christus, oder sind sie zu starren Verpflichtungen geworden, die nichts mehr mit dem Leben zu tun haben, das er uns schenken möchte?
Don Giorgio
