Dienstag der 4. Woche im Jahreskreis
Heiliger Blasius, Bischof und Märtyrer
Evangelium: Markus 5,21-43
Im heutigen Evangelium offenbaren die miteinander verflochtenen Geschichten von Jairus und der Frau, die an Blutungen litt, eine einzige, kraftvolle Aufforderung Jesu: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ Jairus steht vor der größten Angst, dem Tod seines Kindes, während die Frau jahrelanges stilles Leiden und Ausgrenzung mit sich trägt, doch beide wagen es, sich Jesus mit Vertrauen zu nähern. Glaube ist hier nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, sich trotz dieser Angst auf Christus zuzubewegen. Die Frau streckt ihre Hand in ihrer Verletzlichkeit aus, im Glauben, dass schon eine Berührung Heilung bringen wird; Jairus gibt die Hoffnung nicht auf, auch wenn ihm die menschliche Vernunft sagt, dass es zu spät ist. Jesus begegnet beiden mit Mitgefühl und Kraft und zeigt, dass der Glaube einen Raum öffnet, in dem Gott jenseits unserer Berechnungen wirkt. Dieses Evangelium versichert uns, dass keine Situation außerhalb der Reichweite Christi liegt und keine Angst stärker ist als seine lebensspendende Gegenwart. Wenn wir ihm unsere tiefsten Ängste anvertrauen, wird der Glaube zum Weg, auf dem der Tod dem Leben weicht, die Verzweiflung der Hoffnung und die Angst dem Frieden. Denken wir darüber nach: Wo in meinem Leben lädt mich Jesus ein, meine Angst zu überwinden und mein Vertrauen auf ihn zu setzen, auch wenn die Situation hoffnungslos erscheint?
Don Giorgio
