Heiliger Antonius, Abt
Samstag der 1. Woche im Jahreskreis
Markus 2,13-17
Im heutigen Evangelium offenbart Jesus mit entwaffnender Klarheit den Kern seiner Mission: Er kommt nicht für diejenigen, die sich für gerecht halten, sondern für diejenigen, die wissen, dass sie verwundet sind und Heilung brauchen. Indem er Levi ruft und sich mit Zöllnern und Sündern zu Tisch setzt, überschreitet Jesus soziale, religiöse und moralische Grenzen und zeigt, dass kein Zustand einen Menschen von Gottes Barmherzigkeit ausschließt. Der heilige Antonius der Abt, der sich in die Wüste zurückzog, um sich seinen inneren Kämpfen zu stellen, erinnert uns daran, dass Heiligkeit mit Ehrlichkeit vor Gott beginnt, nicht mit vorgetäuschter Tugend. Christus ist der Arzt, der an die Orte unserer Krankheit kommt, nicht um zu verurteilen, sondern um zu heilen. Er wartet nicht auf Vollkommenheit, bevor er uns ruft; vielmehr wird sein Ruf selbst zum Weg der Bekehrung. Dieses Evangelium lädt uns ein, unsere Schwäche nicht länger zu verbergen, die Illusion der Selbstgenügsamkeit aufzugeben und Jesus zu erlauben, uns dort zu heilen, wo wir wirklich stehen. Indem wir uns als Sünder erkennen, die von Gott geliebt werden, entdecken wir, dass Barmherzigkeit keine Belohnung für die Tugendhaften ist, sondern der Ausgangspunkt für ein verwandeltes Leben. Denken wir darüber nach: Erlaube ich Jesus, mich in meiner Schwäche zu begegnen und mich zu heilen, oder verstecke ich mich immer noch hinter der Illusion, dass ich seine Barmherzigkeit nicht brauche?
Don Giorgio
