Feb. 7, 2021 | FORUM
Dieser Tag für das Leben ist in Italien ein nationaler Gedenktag und wird natürlich besonders auch in der Kirche gefeiert.
Seit einiger Zeit geht unser Konvent am Sonntag in die nahe gelegene Pfarrkirche San Francesco zur Hl. Messe. Sie wird von einem Konvent von Piaristenpadres geführt. Auch an diesem 7. Februar waren wir dort zur Hl. Messe und der Pfarrer der Gemeinde, Padre Stefano, ging in seiner Predigt natürlich auch auf dieses Thema ein. Sie hat uns sehr berührt und ich möchte Ihnen ein paar Gedanken davon mitteilen.
- Stefano begann seine Predigt damit, dass uns daran erinnerte, dass das Leben als Christ auch eine prophetische Dimension hat. Diese Dimension bedeutet nicht, Dinge der Zukunft vorauszusagen, sondern das Wort Gottes in unsere heutige Zeit hinein zu sagen und vor allem auch zu leben. Er machte dies an zwei Beispielen aus seiner Zeit, die er als Priester an der Elfenbeinküste, einem Land in Westafrika, gelebt hatte, deutlich. Das erste Beispiel erlebte er ungefähr im Jahre 2003. Er bekam den Anruf eines Katecheten. In der Elfenbeinküste wird französich gesprochen, und auch der Katechet sprach französisch, wenn auch kein gutes. P. Stefano konnte ihn schlecht verstehen. Doch der Katechet rief mehrmals an und so merkte der Pater, dass es dringend war und machte sich deshalb auf den Weg, um zu sehen, worum es sich handelt. Er kam in ein kleines Dorf und der Katechet empfing ihn mit einem kleinen, neugeborenen Kind. Dieses Kind hatte eine muslimische Frau geboren, aber es war nicht das Kind ihres Ehemannes. Nach muslimischen Gesetz durfte ein solches Kind nicht in der Familie bleiben und es war schon viel, dass sie es zur Welt bringen durfte. Über mehrere Umwege war es zum Katecheten gebracht worden. Doch was sollte nun mit dem Kind geschehen? P. Stefano brachte das Kind erst einmal zu einer ärztlichen Untersuchung, um sicher zu gehen, dass es auch gesund war. Natürlich hatte sich dieses Geschehen herumgesprochen und es meldete sich eine junge Frau, die bereit war, sich um das Kind zu kümmern. P. Stefano und der Katechet sprachen daraufhin mit der Familie, ob sie damit einverstanden waren. Sie waren es. Doch sie waren nicht nur damit einverstanden, sondern in der nächsten Zeit meldeten sich einige Familienmitglieder bei P. Stefano mit dem Wunsch, Christen zu werden. Der Einsatz des Paters und des Katecheten hatte sie beeindruckt. Hier wurde nicht nur eine Lehre verkündet, wie z.B. die Kostbarkeit des menschlichen Lebens, sondern sie wurde im Alltag überzeugend gelebt.
Das zweite Beispiel erlebte er Jahre später, 2011, als es im Land zum Bürgerkrieg kam. Die Missions-station der Patres lag genau zwischen den Fronten, d.h. zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen. Es wurde geschossen und die Leute der Umgebung hatten Angst und suchten u.a. Schutz in der Missionsstation. Sie kamen in Scharen und es gab bald keinen Platz mehr. P. Stefano rief in dieser angespannten Situation den Bischof an und fragte ihn, ob es möglich wäre, dass die Leute in der Kirche schlafen könnten, da sie sonst keinen Platz mehr hatten. Es waren über tausend Leute. So wurde die Kirche zum Schlafplatz für die Schutzsuchenden. Unter diesen Menschen war auch eine junge, hochschwangere Frau und für sie kam die Zeit der Niederkunft. Was nun? P. Stefano handelte kurz entschlossen und fuhr mit ihr in das nächste Krankenhaus. Doch dies war in diesen unruhigen Zeiten geschlossen. Also fuhr er zur Missionsstation zurück. Dort versuchten sie, einen kleinen geschützten und abgetrennten Raum für diese Frau herzurichten. Sie gebar komplikationslos ein gesundes Mädchen. Auch diese Frau war Muslima. Doch nach der Geburt bat auch sie, Christin werden zu dürfen, da sie der selbstlose Einsatz des Paters davon überzeugt hatte, dass der Gott der Christen wirklich ein menschenfreundlicher Gott ist, dem das Leben eines jeden Menschen kostbar ist, unabhängig von seiner Religion, seinem Geschlecht oder seiner Rasse und Nation.
P. Stefano beendete seine Predigt mit dem Aufruf an uns alle, dass wir als Christen diese prophetische Dimension unseres Lebens ernst nehmen müssen und wie wichtig es ist, Katechese nicht nur mit Worten zu predigen, sondern im alltäglichen Leben überzeugend und authentisch zu leben.
Sr. M. Petra
Feb. 7, 2021 | FORUM
Gerne begegne ich hier in unserem Seniorenzentrum
in Cochem auf dem Klosterberg unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Ja und heute habe ich „unsere“ Agathe zufällig beim Putzen getroffen und ihr nur gesagt:
„Schön, dass Sie da sind und Ordnung halten:“
Ihre Antwort: Ordnung hat uns Schwester Agnes schon vor 50 Jahren beigebracht.
Ich bin 1972 auf den Klosterberg zu einem Hauswirt-schaftsjahr gekommen und bin dann 25 Jahre bei Schwester Agnes geblieben.
Es war nicht immer leicht, mit ihr auszukommen und ihr alles recht zu machen … doch für mein persönliches Leben habe ich – viel von ihr gelernt und darauf bin ich jetzt auch stolz.
Im nächsten Jahr gehe ich in den Ruhestand – dann war ich insgesamt 50 Jahre bei den Marienschwestern und ich kann nur staunen, wo die Zeit geblieben ist.
Es war und ist eine kostbare Zeit. Ich schaue gerne auf die vergangenen Jahre zurück – auch jetzt komme ich gerne ins Haus und freue mich immer wenn ich
„meine Marienschwestern“ treffe – sie haben immer ein gutes Wort für uns Mitarbeiter und wir wissen, dass sie für uns beten…das tut so gut!!!
Ja, was wäre aus mir geworden – wenn die Schwestern mich nicht auf meinen Lebensweg begleitet hätten.
Ich bin allen sehr dankbar und ich werde auch weiterhin den Schwestern die Treue halten. Die Schwestern sind inzwischen alt geworden und vielleicht kann ich ihnen wenigstens etwas von dem Guten zurückgeben, was ich von ihnen bekommen habe“.
Frau Agathe ist als Mitarbeiterin in allen hauswirt-schaftlichen Bereichen bei ins tätig. Sie sorgt für Ordnung im ganzen Haus, auch an den Stellen, die sonst schnell mal übersehen werden.
Wir danken ihr und wünschen ihr weiterhin
Gottes Segen.
Schwester M. Felicitas
Feb. 4, 2021 | FORUM
Ich lernte die Gemeinschaft durch die älteren Schwestern kennen, die in dem Dorf Fridrichstahl (Zagwiździe) arbeiteten, wo ich wohnte. Die Schwestern kümmerten sich dort um Kinder und alte Menschen und sie besuchten auch die Kranken. Unter ihnen war eine eine ältere Schwester Gervazia, die mich sehr mochte, und ich mochte sie. Diese Bekanntschaft zog mich ins Kloster („Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe.“ Hos 11, 4).
Leider haben die Russkies (Russen) Sr. Gervazia im Januar 1945 erschossen. An diesem Tag kam sie von den Kranken, und da war ein Russe, der ihr Gewalt antat und sie dann auf den Hof hinausführte. Sie musste neben einem Fliederbusch niederknien, und er tötete sie mit einem Schuss in die Seite des Kopfes. Die Schwestern nahmen sie mit nach Hause und nach drei Tagen wurde sie ohne Priester begraben, da dieser ebenfalls Angst hatte, erschossen zu werden. Mein Vater zimmerte einen Sarg, grub ein Grab und legte Sr. Gervazia in die Erde, ohne jegliche Beerdigungszeremonie. Sie liegt dort bis heute auf dem Friedhof.
Ab meinem 15. Lebensjahr habe ich bei den Schwestern als Helferin gearbeitet und mich um die alten Frauen und Kinder gekümmert. Ich habe gewaschen, geputzt. Damals dachte ich, dass Gott die Mädchen, die Ordensfrauen werden wollten, an einem besonderen und sicheren Ort aufwachsen ließ und sie dann in ein Kloster gingen. Ich wollte in ein Kloster eintreten, es war mir egal, in welches. Ich kannte auch die Schwestern von Notre Dame, aber sie hielten Abstand zu mir, sie waren unzugänglich, doch ich wollte immer mehr zu den Schwestern gehören, und so kam ich zu den Marienschwestern v.d.U.E., sie nahmen mich auf, schenkten mir viel Wärme und Interesse. Ich schrieb einen Brief an Sr. Agreda auf Deutsch, weil ich noch kein Polnisch konnte. Eigentlich wollte ich am 1. Oktober eintreten, doch sie schrieb zurück, dass ich früher kommen sollte, damit ich ab dem 1. September zur Schule gehen kann. Und so ist es geschehen. Zusammen mit den anderen Kandidatinnen waren wir glücklich, im Kloster zu sein, wir waren insgesamt 14. Wir waren uns sehr nahe und mochten uns.
In der Zeit meiner Kandidatur träumte ich zum ersten Mal von unserem Stifter, das heißt, von seinem Grab. Zwei wunderschöne kleine Engel standen auf beiden Seiten davon, hielten ein Licht in den Händen und sagten: „Komm zu unserem Stifter und bete; er hört dich immer.” Vor diesem Traum war ich nur froh, im Kloster zu sein. Danach begann ich, unseren Stiftervater besser kennenzulernen; ich begann, auf seine Fürsprache hin zu beten und eine Verbindung mit ihm zu spüren.
Später, im Jahr 1953, als ich schon nach Otorowo deportiert worden war, hatte ich wieder einen Traum mit unserem Stifter. Diesmal sah ich ihn. Er erschien mir wie ein Bischof, aber in ziviler Kleidung; er trug eine schwarze Hose und ein weißes Hemd; er war groß, schlank und würdevoll. Wir waren gespannt, wie lange wir in Ottorowo bleiben müssten, wir warteten darauf, dass er es uns sagte. Wir wussten, dass er vom Himmel kommt. Er hob die Hand, schaute nach rechts, nach links und sagte: „Haltet durch, Schwestern, haltet durch.“ Hinter ihm stand ein Engel, der zu uns sprach und uns schwarze Wolle gab. Wir folgten dem Stifter, aber wir konnten nur bis zur Grenze des Hauses gelangen, nicht weiter, weil er zum Himmel aufstieg. Wir waren wie die Jünger, die die Himmelfahrt des Herrn Jesus beobachteten. Dieser Traum gab mir mehr Freude, den Wunsch zu beten und weiter leben zu wollen.
Am 25. März, dem Hochfest Mariä Verkündigung, legten 10 Schwestern, darunter ich, in Otorowo ihre ewigen Gelübde ab. Es war eine sehr bescheidene, aber frohe Feier. Wir haben Ringe (ich weiß nicht, woher) und Handschuhe geschenkt bekommen.
Ich war sehr glücklich. Ich war einer der Jüngsten, ich war 23 Jahre alt. Sie haben ein Foto von uns gemacht.
Die Ursulinen, die 10 km entfernt wohnten, besuchten uns auch. Sie kamen manchmal zu den Feiertagen und Festen und machten Überraschungen für uns, damit wir etwas Freude hatten.
Zunächst arbeitete ich in Otorowo 3 Monate lang auf den Feldern. Wir ernteten Kartoffeln, Rüben, es war Erntezeit. Später nähte ich Hemden, Bettwäsche, bügelte (75 Hemden am Tag, aber ich bügelte mehr), nähte Knöpfe an. Jeden Morgen gab es das Morgengebet, die Heilige Messe, später das Mittagsgebet und die Vesper am Nachmittag. Wir haben das Brevier in Latein gebetet, ich habe oft den Vorsitz geführt. Im Sommer, wenn es heiß war, beteten wir draußen auf Bänken aus Brettern sitzend.
Im nächsten Jahr, im Januar, ließen sie uns gehen.
Der Aufenthalt in Otorowo hat meine Berufung gestärkt, ich habe mich durch diese Erfahrung nicht entmutigen lassen. Nur eine Schwester ist nach ihrem ersten Gelübde gegangen, weil ihre Mutter kam, um sie zu holen. Wir waren 120 Marienschwestern da, aber nur eine ging. Wenn meine Mutter mich abgeholt hätte, wäre ich nicht gegangen.
Ich bin stolz darauf, in der Kongregation der Marienschwestern v.d.U.E. zu sein und dass es Maria ist, die über uns wacht, weil sie dem Herrn Jesus am nächsten ist, sie ist unsere Beschützerin und Helferin. Sie gehört zu uns, und wir sind ihre Kinder.
In den Momenten, in denen es am schwierigsten war, wurde ich von gegenseitiger Liebe und der Freude, in der Gemeinschaft zu sein, getragen. Ich habe erlebt, dass das Zusammensein Kraft gibt.
Jetzt bin ich 84 Jahre alt und ich warte auf einen weiteren Traum, wenn der Stifter zu mir kommt. Ich möchte hören, was er zu mir sagen wird.
Nysa, 03.11.2014
(gehört und aufgezeichnet von Sr. Rachela Wąsowicz)
Jan. 26, 2021 | FORUM, NACHRICHTEN
„Henoch lebte in der Intimität mit Gott. Dann verschwand er, denn Gott hatte ihn aufgenommen.“ (1 Gen 5,24).
Die wörtliche Übersetzung dieses Textes lautet: „Henoch war seinen Weg mit Gott gegangen, dann war er nicht mehr da; denn Gott hatte ihn aufgenommen.“ „…er war seinen Weg mit Gott gegangen…“, das ist klar. Nur was bedeutet das eigentlich für mich?
Nun, in letzter Zeit ist dieser kurze Satz zur Grundlage meiner Beziehung zu Jesus geworden, denn ich entdecke die Schönheit, ständig in seiner Gegenwart zu sein. Für eine Ordensschwester scheint das selbstverständlich zu sein, aber ich muss ehrlich zugeben, dass es für mich nicht immer so war. Ich meine hier das Bewusstsein Seiner ständigen Gegenwart, das nicht auf Angst oder einem Gefühl des Gefangenseins beruht. Im Gegenteil – auf der Basis von Freiheit und einem in mir geweckten Wunsch, „in Fülle zu leben“. Dieser „Weg mit Gott“ ist gekennzeichnet durch die Schlichtheit und Einfachheit des Ausdrucks, der Gesten. In Seiner Gegenwart zu verweilen bedeutet für mich zum Beispiel, meine Zeit während des Tages nicht aufzuteilen in Bereiche wie: jetzt ist Zeit für die Arbeit, jetzt ist Zeit für das Gebet, jetzt ist Zeit „für mich“, usw. Wenn ich mein Leben so aufteilen würde, bestünde die Gefahr, dass ich Ihn nicht überall einladen möchte… weil ich denken würde, dass irgendein Teil meiner Welt nicht „heilig“ genug ist, um Seine Gegenwart zu empfangen. Aber er ist es, der mit seiner ANWESENHEIT alles heiligt. Und ich möchte es nicht mehr so aufteilen. Und vor allem ist mir bewusst, dass Er es nicht will. Er will alles mit mir teilen … buchstäblich alles.
Ich nutze die Gelegenheit, um meine vielleicht etwas lächerliche Angewohnheit des Teetrinkens zu verraten. Wenn mich die Umstände dazu zwingen, ihn allein zu tun (was ich generell nicht mag), stelle ich zwei Tassen hin und lade Jesus ein. Manchmal trinken wir schweigend, aber meistens hört Er einfach nur zu … und das ist genug. Vielleicht seltsam oder trivial, aber eine solche Geste hilft mir sehr, mich daran zu erinnern, dass auch diese Zeit Ihm gehört. Und wenn ich Ihm jetzt nicht 15 Minuten mit einer Tasse Tee schenke, was werde ich dann für den Rest der Ewigkeit mit Ihm machen? J
Das Gefühl, ständig vor Gottes Angesicht zu sein, hilft, wenn Versuchungen kommen. Es ist einfacher und schneller, dann zu reflektieren und Jesus zu fragen: „Gefällt Dir, wie ich mich verhalten habe?“
„Mit Gott den Weg gehen“ ist auch die Grundlage für ein achtsames und einfaches Leben, das in der Gegenwart lebt. Wenn ich mit Gott „an der Hand“ gehe, konzentriere ich mich auf die Zeichen seiner Gegenwart in meinem Leben, in der Welt um mich herum. Dann brauche ich nicht eine Vielzahl von Dingen, Erlebnissen, Menschenmassen um mich herum. Im Gegenteil – ich kann mich „klein machen“, denn ich habe IHN bei mir… und damit habe ich alles (ich versuche nicht, mich mit „irgendetwas” zu begnügen, wenn ich SINN habe). Und ich lebe in der Gegenwart, weil Gott in ihr ist (nicht nur in der Erinnerung an die Vergangenheit oder in der Sorge um das Morgen).
Hin und wieder stelle ich mir die Frage, die mich prüft und ein geistiges Maß setzt: Kann man an mir sehen, dass mein Herz wirklich schon besetzt ist? (d.h. lebe ich wirklich als Braut? Wird deutlich, dass ich bereits mit Jemandem „gehe“? Gibt es ein erkennbares Zeichen des „Frau-Gottes-Seins“ in meinen Gewohnheiten?). Meine Antworten sind manchmal schmerzhaft, aber sie helfen mir, auf den Weg zurückzukehren, den ich gemeinsam mit Ihm gegangen bin.
„Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und musste nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte. Vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott gefiel.” (Heb 11,5)
Oh, wie gerne würde ich auch so ein Zeugnis von Gott erhalten…
Sr. Franciszka Jarnot
Jan. 17, 2021 | FORUM
Die Einwohner von Brzezie stehen mit großer Zuversicht am Sarkophag von Sr. Dulcissima und beten in Anliegen, die menschlich gesehen unlösbar scheinen. Die Überzeugung, dass Sr. Dulcissima immer noch hilft (wie sie es versprochen hat), ist immer noch lebendig und beflügelt diejenigen, die Gott durch ihre Fürsprache bitten.
Frau Regina steht, wie sie selbst sagt, noch in einer sehr engen Beziehung zur Dinerin Gottes. Schwester Dulcissima ließ sie nie im Stich und eines Nachts träumte sie von ihr und bat sie, nicht mit dem Beten aufzuhören.
Unter den vielen Gnaden, die sie erzählt, berichtet sie ergreifend von einem Kindheitserlebnis, bei dem ihre Mutter Lucia geheilt wurde. Dieses Zeugnis bestätigt die Tatsache, dass das Gebet große Macht hat.
Zeugnis von Frau Regina:
Im Jahr 1956, im November, wurde meine Mutter Lucia schwer krank. Sie war damals 35 Jahre alt. Wir waren fünf Kinder, die jüngste Schwester war ein Jahr alt. Die Ärzte machten keine Hoffnung. Während der Operation wurde festgestellt, dass die Gallenblase geplatzt war und den Körper vergiftet hatte. Die Mutter war ganz gelb und hatte bald sehr hohes Fieber von 40 Grad. Sie wurde in den OP transportiert. Aufgrund der Tatsache, dass ihr Zustand sehr ernst war, entschied der Arzt sofort, dass sie operiert werden musste. Es waren die Jahre, in denen es noch keine gute medizinische Ausrüstung gab, die Diagnostik war schwierig, aber dank der Operation stellte sich heraus, dass Mamas Gallenblase geplatzt war. Es war sehr ernst, die Mutter konnte nicht laufen, aber sie erinnerte sich an einen Moment, als etwas oder jemand sie schüttelte, sie packte und schüttelte. Das war der Wendepunkt der Krankheit. Nach sechsmonatiger Krankenhausbehandlung wurde sie, sehr abgemagert, aus dem Krankenhaus entlassen. Wir rechneten mit der Tatsache, dass Mama sterben könnte.
Der damalige Pfarrer in Brzezie, Pater Rudolf Adamczyk, ging, als er meinen Vater in der Kirche inbrünstig beten sah, auf ihn zu und sagte zu ihm: „Hr. Stawinoga, Ihre Frau wird nicht sterben. Wir beten die ganze Zeit zu Schwester Dulcissima.“ Der Arzt wollte die Mutter zu Diagnosezwecken in ein Krankenhaus in Breslau verlegen, aber der Vater war damit nicht einverstanden und sagte: „Ich nehme meine Frau mit nach Hause“, worauf der Arzt antwortete: „Aber es gibt keine Rettung, Ihre Frau liegt bereits im Sterben“. Papa brachte Mama nach Hause und betete weiter. Mama erholte sich recht schnell und fünf Jahre später wurde meine kleine Schwester Maria geboren.
Ein Jahr war vergangen und meine Mutter fühlte sich völlig gesund. Sie beschloss, zu dem Arzt zu gehen, der sie im Krankenhaus behandelt hatte, um ihm für alles zu danken. Als der Arzt sie sah, richtete er sich auf und sagte: „Sie sind derjenige, die so schwer krank war. Und Sie leben noch? Es ist ein Wunder“.
Wir wissen, dass unsere Gebete erhört wurden. Schwester Maria Dulcissima ist der größte Schatz in unserer Pfarrei.
Wir beten weiter
In allen unseren Konventen beten wir von Herzen um die Gnade der Seligsprechung unserer Dienerin Gottes, Sr. Dulcissima. Am 18. eines jeden Monats tragen wir in der Gemeinde Brzezie während der Novene die uns anvertrauten Anliegen vor, die uns per Post oder E-Mail zugeschickt werden.
Wir laden alle Leser von generalato.com ein, mit uns zu beten.
Sie können Ihre Anliegen an [email protected] oder an: Siostry Maryi Niepokalanej, ul. abp Gawliny 5, 47-400 Racibórz Brzezie. Polska; senden
Sr. Maria Małgorzata Cur
Jan. 14, 2021 | FORUM, NACHRICHTEN
Die Reise nach Jaszkotle wurde von Gott entschieden. Wieder war es anders, als ich gedacht oder geplant hatte. Genauer gesagt: nach meiner Erfahrung bei der Arbeit in unserem Pflegeheim in Żerniki bat ich Gott, die Einrichtung in Nysa vor der Pandemie zu beschützen. Es war ein rein egoistischer Gedanke, denn das Haus in Nysa liegt mir am Herzen und ich erinnere mich mit Freude an die Arbeit dort. Ich wusste, wenn Sr. Samuela, die derzeitige Leiterin des Hauses, mich anrief, würde ich meine Hilfe nicht verweigern, und ich wusste ja bereits, worum es bei dieser Arbeit ging. Und es geschah, Sr. Samuela rief an… Und da ich schon ein bisschen auf diese Information eingestimmt und vorbereitet war, wusste ich, was zu tun war. Ich vereinbarte mit meiner Oberin, dass ich zu den Schwestern nach Nysa gehen und in der Pflegeeinrichtung helfen würde. Als ich von Nysa die Information erhielt, dass Sr. Dominika auch kommen und mit mir sein würde, war das eine große Freude. Ich war ganz ruhig. Sr. Dominika wird da sein, Sr. Samuela, Sr. Anna, ich kenne das Haus, ich kenne die Jungen…, dachte ich. Als am nächsten Tag Sr. Samuela verkündete, dass sie es geschafft hatten und unsere Hilfe bei der Arbeit mit den Behinderten nicht mehr benötigt wurde, war ich aber trotzdem erleichtert. Doch am selben Tag, noch am Abend, klingelte das Telefon. Mein erster Gedanke war: „Wo haben wir sonst noch eine Pflegeeinrichtung?“ Diesmal war es nicht in Nysa, sondern in Jaszkotl. Nur eine kurze Frage an Sr Dominika: „Gehen wir?“ „Wir gehen!“
Gott wollte es so… Dessen waren wir uns sicher… Aber wofür … Und warum?
Wir sind hingegangen, haben getan, was wir konnten und sind zurückgekommen. Nur einige Tage… Und es ist so viel passiert… Vor allem für mich! In meinem Herzen, in meinem Gewissen, in meiner Wahrnehmung…
Gott wollte es so, er „wählte…“, damit auch ich „wählte…“, immer für etwas, letztlich für mich… Ich erhielt hundertmal mehr.
Was konnte mir Gott während dieses kurzen Aufenthalts unter den Kindern schenken. Kinder, die sehr krank und doch sehr glücklich sind. Leidend und doch lächelnd. Verwundet und doch voller Zuversicht…
Manchmal, wenn ich bei der Arbeit einen Moment frei hatte, nahm ich ein Kind in den Arm und ging mit ihm spazieren und sprach mit ihm. Aber oft habe ich sie einfach nur umarmt und an ihre Eltern gedacht. Ich dachte auf unterschiedliche Weise… manchmal nur mit Vorwürfen… Ich schaute ihnen in die Augen… Als wollte ich sie fotografieren… sie in meiner Erinnerung behalten… und dann zurück lassen…
Ich kehrte nach Hause zurück. Ich bat um etwas Zeit nur für mich. Ich wollte mich ausruhen … Aber es ging nicht nur ums Ausruhen, wie sich herausstellte. Ich habe mich mit mir selbst getroffen. Ich hörte leise, und dann immer lauter… Warum wollen die Eltern sie nicht… Ich will Johnny, Mateuszek… usw. ICH WILL SIE! So geht das nicht, Gott. Sie wollen sie nicht… aus einer Million verschiedener Gründe. Und ich…
Mutterschaft ist eines der wunderbarsten Geschenke Gottes … es ist eine Form des Göttlichen in einem zerbrechlichen menschlichen Wesen. Ich habe es aufgegeben… weggegeben… gewählt… vor einem Dutzend Jahren. Was konnte ich damals schon darüber wissen, als ich zwanzig Jahre alt war. Nur die Theorie. Die wirkliche Entscheidung dafür kam – erst jetzt. Die Wahl des Lebens für das Leben… Diese kleinen kranken Geschöpfe, die zurückgelassen wurden, sind heute für mich… Sie sind meine Mutterschaft und mein Gebet. Sie sind… wie Perlen für die Welt.
Das Haus in Jaszkotel, das Haus in Żeniki, Nysa und jedes andere unserer Häuser, in denen wir kranke Menschen bei uns haben, uns anvertraut, sind Enklaven des Guten in dieser Welt, wo „freie Entscheidung, nicht Gebot“ einen neuen Klang für mich bekommen hat.
Sr. M. Daniela Gumienna